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Warum Humboldt Tours?
Das nationalsozialistische Berlin
Das Berliner Selbstverständnis von Toleranz und Aufklärung wurde in den Jahren 1933 bis 1945 tief erschüttert. Mit radikalen Straßenkämpfen und raffinierter Propaganda eroberten die Nazis die weltoffene und traditionell „linke“ Hauptstadt der Weimarer Republik. Hitler plante – gemeinsam mit Albert Speer - ein neues, vor allen Dingen jedoch ein größeres Berlin. Die damit verbundenen Baumaßnahmen, zusammen mit den Zerstörungen des Krieges, veränderten das Gesicht der Stadt nachhaltig. Unsere Führung führt zu den erhaltenen Originalschauplätzen nationalsozialistischer Macht. Die Dienstgebäude der Minister Göring und Göbbels sind erhalten wie auch das gewaltige Reichsbankgebäude. Wo fand die Bücherverbrennung statt? Wo war die zentrale Sammelstelle für die Transporte jüdischer Bürger in die Lager? Wo befand sich Hitlers Bunker? Alle diese Orte sind Teil der Tour und zeigen, wie Berlin durch Terror und Krieg zu dem wurde, was es heute ist.
Ausgewählte Sehenswürdigkeiten Berlin: Berlin im Dritten Reich
↓ Der Reichstag
Der Reichstag ist wie kaum ein anderes politisches Gebäude gezeichnet durch die Geschichte. Vom wilhelminischen Kaiserreich über die Weimarer Republik und den NS-Terror bis in den Kalten Krieg – am Reichstag ließ sich immer der politische Zustand des Landes ablesen. Was hat dann die neue, gläserne Kuppel mit der heutigen Bundesrepublik zu tun?
↓ Goebbels Ministerium "Volksaufklärung und Propaganda"
Göbbels gilt als Synonym für Propaganda. In dem noch erhaltenen Teil seines Ministeriums befand sich in den 30er Jahren damalige 'High-Tech'. Hier wurde 1944 der Umsturzversuch Stauffenbergs zum Scheitern gebracht. Das Gebäude bietet eine eindrucksvolle Kulisse um die Person des Dr. Goebbels, seinen Weg zur Macht und seine Methoden der Propaganda zu thematisieren.
↓ Reichskanzleramt
Was Hitler sagen würden, wenn er wüßte, daß sich auf dem Gelände seiner ehemaligen 'Neuen Reichskanzlei' heute ein Restaurant namens 'Peking Ente' befindet? Geplant als die Regierungszentrale der Welthauptstadt 'Germania' endete das langgestreckte Gebäude 1945 als Ruine. Wir gehen zurück zum Ort, an dem ausländische Besucher durch die schiere Größe der Architektur eingeschüchtert werden sollten.
↓ Goerings Luftfahtministerium
Die imposante Kommandozentrale der Luftwaffe überstand den Krieg ohne wesentliche Schäden. Wohl deswegen wurde das Gebäude im sonst völlig zerstörten Berlin zum zentralen "Haus der Ministerien" der DDR. Während des Volksaufstands am 17. Juni 1953 wurde es Ziel der Protestmärsche und der sowjetischen Panzer. In den 90er Jahren befand sich hier die Treuhandgesellschaft, die die Industrie der DDR reprivatisierte. Heute residiert hier das Bundesfinanzministerium. Das Haus ist wie eine Verpackung und sie benötigen einen qualifizierte Führung um die diversen Inhalte zu erahnen.
↓ Ehemaliger Opernplatz (heutiger Bebel-Platz)
Im Mai 1933 verbrannten hier Nazi-Sturmtruppen und Studenten der Humboldt-Universität ca. 25.000 Bücher. Dann begann es zu regnen. Und es kam die Feuerwehr mit Benzin..und die Bücher brannten wieder. Die Schriften von Karl Marx, Sigmund Freud, Heinrich Mann und zahllosen anderen kamen auf den Scheiterhaufen. Goebbels hielt zum Prasseln der Flammen eine seiner Hetzreden, u.a. gegen den "überspitzten jüdischen Intellektualismus".... An der Stelle dieses barbarischen Aktes befindet sich heute ein Mahnmal, eine 'versunkene Bibliothek' mit verschwundenen Büchern...
↓ Führerbunker
Eine der klassischen Fragen zahlreicher Berlin-Besucher ist: „Und wo war jetzt Hitlers Bunker?“. Wir zeigen es Ihnen. Und erzählen die letzte Geschichte des Weltkrieges. Eine Geschichte von Wahnsinn, Verrat, Gewalt und einem frisch verheirateten Paar, das sich erschoss.
↓ Topographie des Terrors
Hier, in der ehemaligen Prinz-Albrecht Straße, terrorisierten ab 1933 die SA und die SS sowie die Gestapo und der SD Menschen, die in Opposition zu den Nationalsozialisten standen. Ab 1939 wurden die genannten Dienste im RSHA organisiert, die Zentrale des ReichSicherheitsHaupAmtes befand sich hier . Hier befanden sich die Diensträume der Täter: Reinhard Heydrich, Ernst Kaltenbrunner und Adolf Eichmann. Nach dem Krieg wurde die braune Vergangenheit zunächst verdrängt und die Ruinen der Gebäude erst ignoriert, dann abgerissen. Das änderte sich erst ab 1987 mit dem Ausstellungsprojekt "Topographie des Terrors", das inzwischen zur Stiftung wurde und ein Dokumentationszentrum mit Museum errichtet.
↓ Der Bendlerblock
Am 20. Juli 1944 unternahm eine Gruppe von Wehrmachtsoffizieren den Versuch, Hitlers mittel einer Bombe zu töten. Anschließend sollte nach einem detaillierten Plan die bisherige Führung des Staates aus den Ämtern entfernt und durch nicht-nationalsozialistische Persönlichkeiten ersetzt werden. Die Zentrale des Plans befand sich im Hauptquartier der Wehrmacht in Berlin, im so genannten Bendlerblock. Der Putsch scheiterte, die Offiziere – darunter Graf Schenck von Staufenberg – wurden im Hof des Bendlerblocks erschossen. Heute befindet sich in dem original erhaltenen Innenhof eine Gedenkstätte. Wir begleiten Sie zu diesem Ort und erläutern an der Stelle des Geschehens, was am 20. Juli 1944 genau passierte.