Alexander von Humboldt

4.3. Alexander von Humboldt - private Führungen in Berlin
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Alexander von Humboldt wurde im Jahre 1769 in Berlin geboren. Sein Vater war ein Offizier der preußischen Armee, dem Land und dem König treu verbunden. Alexander und sein Bruder wurden in ihrer Jugend durch verschiedene Hauslehrer unterrichtet. Die Eltern investierten in die Bildung ihrer Kinder viel Geld, und hofften, dass sie tragende Rollen im Staatsdienst übernehmen könnten. Alexander erschien in dieser Zeit weniger intelligent und engagiert als sein dominanter Bruder Wilhelm. Schnell erkannten jedoch die Lehrer, dass sich Alexander sehr stark für Botanik begeisterte. Diese Verbindung zu Biologie und später Erdkunde sollte lebenslang eine zentrale Rolle in seinem Leben spielen, so war er einer der Gründer der Geographie als Wissenschaft. Im Jahre 1779 starb sein Vater, aber seine Mutter investierte weiterhin in die Bildung ihrer Kinder und beauftragte die besten Lehrer Preußens. 1987 nahm Alexander an der Universität in Frankfurt/Oder das Studium der Staatswirtschaftslehre auf und wurde Offizier im preußischen Staat. Nach einem halben Jahr verließ er die Universität jedoch wieder, scheinbar aufgrund akademischer Unterforderung. Er wechselte an die Universität Göttingen, wo er 1789-90 erste naturkundliche Expeditionen nach England und Frankreich unternahm.

Alexander wurde hier durch die Ideale der französischen Revolution inspiriert: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.“ Diese Eindrücke konnte er an der Universität Göttingen im Bereich Politikwissenschaften vertiefen, die das damalige Zentrum der aufklärerischen Wissenschaft in Deutschland war. Nach einem weiteren Studium an der Bergakademie in Freiberg (welches er in 8 Monaten statt der geplanten 3 Jahre erfolgreich abschloss!) schlug er den Weg in den Staatsdienst ein und wurde Gutachter der preußischen Minen. Während dieser Zeit entwickelte er die erste Gasmaske und gründete eine Abendschule für die Minenarbeiter, die er aus eigenen finanziellen Mitteln bestritt. Alexander schlief selten mehr als vier Stunden pro Nacht und seine Wegbegleiter berichteten, dass er fast immer mit Stift und Papier bewaffnet war, um seine vielen Ideen zu dokumentieren. Bis zu seinem Lebensende waren Erforschung und Lernen sein Antrieb, welches er immer über seine körperlichen Bedürfnisse stellte.

Im Jahre 1769 starb seine Mutter und er erbte eine beträchtliche Summe. Er investierte die Summe in eine Expedition nach Südamerika. Bis 1804 beobachtete und erforschte er die Pflanzen- und Tierwelt, sowie die Geologie und das Klima des Kontinents. Dies alles fasste er in einer voluminösen Arbeit voller naturwissenschaftlicher Erkenntnisse zusammen. Nach seiner Rückkehr 1807 wurde er Kammerherr des preußischen Königs und als Repräsentant nach Paris geschickt.

1827 begann Alexander an der Universität Berlin Vorlesungen im Bereich der Naturwissenschaft zu geben. Im Alter von sechzig Jahren organisierte er eine weitere Expedition nach Russland und Sibirien, wo er bis zur chinesischen Grenze vordrang. Zudem formte er eines der europäischen Wissenschafts-Netzwerke und förderte junge Wissenschaftler. Er starb 1859, drei Jahre nach dem er Ehrenbürger der Stadt Berlin geworden war.

Alexander von Humboldt ist ein Beispiel für einen gebildeten Diener des Staates und folgt in diesem Sinne ganz dem Leitbild seines älteren Bruders, Wilhelm von Humboldt. Beide folgten ihren persönlichen Interessen, um sich so weit wie möglich zu qualifizieren und sich entsprechend in die Gesellschaft und für den Staat einzubringen. Beide sahen Wissenschaft als eine ehrenwerte Aufgabe und als Ausdruck der menschlichen Neugierde. Darüber hinaus waren beide Brüder demütige Diener des Staates, der Nation und des Königs.

Wilhelm von Humboldt

4.3. Wilhelm von Humboldt - individuelle Exkursionen in Berlin
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Wilhelm von Humboldt wurde 1767 in Potsdam geboren. Er genoss dieselbe Bildung wie sein Bruder, monierte sich allerdings über die Langeweile und die Verschwendung der Zeit. Er ganz offensichtlich zu intelligent, um sich nur durch die Hauslehrer inspirieren zu lassen, auch wenn diese zu den besten Wissenschaftlern des Landes gehörten. Wie sein Bruder Alexander kam er 1789-90 nach Paris. Danach schloss er sein Jurastudium an der Universität Göttingen innerhalb von nur zwei Jahren ab. Er wurde ausgebildet als Richter und Diplomat, mit dem Ziel, in den Staatsdienst zu gehen. Nach seiner Zeit an der Universität zog er nach Jena, in die Nähe eines seiner besten Freunde: Friedrich Schiller. Hier wurde er einer der wichtigsten Kritiker und Berater von Schiller und Goethe. Nach der Niederlage Preußens im Jahre 1806 kehrte er nach Berlin zurück und wurde Minister für Bildung. In dieser Rolle gründete er 1810 die Universität von Berlin, die heutige Humboldt Universität, und engagierte eine Vielzahl der besten und bekanntesten Intellektuellen Deutschlands wie zum Beispiel: Friedrich Schleiermacher, Friedrich Carl von Savigny, Johann Gottlieb Fichte und Berthold Georg Niebuhr. Nach einem Jahr in diesem Amt wurde sein Einfluss extrem beeinträchtigt, der preußische König wollte die Reformen im Bildungswesen beenden und schickte Wilhelm als Botschafter zuerst nach Wien und dann nach London.

In 1819 wurde er wegen seiner liberalen Ansichten aus allen Ämtern entfernt. Wilhelms bedeutende Rolle in der Geschichte, für die er auch berühmt wurde, war die eines Reformers. Er hat eine Vielzahl von neuen Ideen in das preußische Bildungssystem eingeführt (näheres weiter unten). Der preußische Reformprozess begann mit dem Sieg Napoleons gegen den Hohenzollernstaat im Jahre 1806. Es wurde klar, dass Preußen einen neuen Start benötigte, der die Bürger wieder motivierte und begeisterte für Preußen und den König mit aller Leidenschaft zu kämpfen. Es war der preußische König, der nach der Niederlage feststellte: „Das Land muss seine verlorene physische Kraft durch intellektuelle Kraft ausgleichen“

Die Wissenschaft musste neu erfunden werden und Wilhelm von Humboldt war der Mann, der dies umsetzte. Seine Ideen, realisiert in der Gründung der Berliner Universität im Jahre 1810, basierten auf den Prinzipien der Wissenschaft als Selbstzweck und der staatlich finanzierten Wissenschaft. Diese beiden Prinzipien gaben der Wissenschaft die Möglichkeit, zu forschen ohne permanent ihre Nützlichkeit nachweisen zu müssen. So konnte jeder Forscher individuell seine Interessen verfolgen, um letztlich durch sein Tun dem Staat auf beste Weise von Nutzen zu sein. Darüber hinaus führte Wilhelm Prüfungen für Lehrer an staatlichen Schulen ein, um die Qualität in den preußischen Bildungseinrichtungen zu garantieren. Das Grundprinzip wird noch heute in Deutschland angewandt.

Humboldts bildungspolitische Ideen waren massgebliche Ursache des Erfolgs der deutschen Wissenschaft bis 1933. Allein die Kaiser - Wilhems - Universität, gegründet von Humboldt und heute nach ihm benannt - allein diese Hochschule brachte bis 1933 29 Nobelpreisträger hervor. Darunter finden sich Gelehrte wie August Böckh, Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, Johan Gottlieb Fichte, Karl Friedrich von Savigny and Christoph Wilhelm Hufeland, Albert Einstein, Max Planck und Robert Koch.

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